Planungshinweise

Um das große Bau­scha­dens­frei­heits­po­ten­zi­al der pro cli­ma DB+ im vol­len Um­fang aus­schöpfen zu können, be­ach­ten Sie bit­te fol­gen­de Punk­te.

 

Faserförmige Dämmstoffe verwenden

Da­mit die feuch­te­va­ria­blen Ei­gen­schaf­ten der DB+ wir­ken können, muss Feuch­tig­keit zur Dampf­brem­se wan­dern können.
Dif­fu­si­ons­of­fe­ne Wärmedämm­stof­fe wie Zel­lu­lo­se, Flachs, Hanf, Holz­fa­ser, Stein- oder Mi­ne­ral­wol­le etc. gewähr­leis­ten dies und sind da­her emp­feh­lens­wert.
Das Ge­wicht des Dämm­stoffs muss über ge­eig­ne­te In­nen­be­klei­dun­gen oder Quer­lat­tun­gen im Ab­stand von max. 65 cm ab­ge­tra­gen wer­den.

 

Bei außen diffudionsdichten Konstruktionen Vollholzschalungen verwenden

Bei außen diffusionsdichten Konstruktionen dürfen unterhalb der Dachabdichtung keine Holzwerkstoffplatten (z. B. OSB- oder Mehrschichtplatten) eingesetzt werden.
Die Verwendung von Vollholzschalungen ist möglich.
Bei Schalungen aus Holzwerkstoffplatten ist das System INTESANA zu verwenden.

 

Diffusionsoffene Innenbekleidung verwenden

Um die vol­le Wirk­sam­keit von feuch­te­va­ria­blen Dampf­brem­sen zu er­rei­chen, dürfen sich in­nen­sei­tig der Wärmedämmung kei­ne dif­fu­si­ons­hem­men­den Schich­ten - wie OSB- oder Mehr­schicht­plat­ten - an­ge­ord­net wer­den. Ge­eig­net sind Be­klei­dun­gen aus Gips­bau­plat­ten, Pro­fil­bret­tern oder Putz­schich­ten auf dif­fu­si­ons­of­fe­nen Tra­ge­be­nen wie Holz­wol­le­leicht­bau­plat­ten.

 

Luftdichtungsebene schützen

Sind kei­ne In­nen­be­klei­dun­gen ge­plant, ist die Bahn vor dau­er­haf­ter Son­nen­licht­ein­wir­kung zu schützen. An Flächen oh­ne di­rek­te Son­nen­licht­ein­wir­kung kann dafür die pro cli­ma IN­TE­SA­NA ein­ge­setzt wer­den. Sie verfügt über einen erhöhten UV-Schutz und bie­tet einen ho­hen Schutz vor me­cha­ni­schen Beschädi­gun­gen.

 

Der korrekte Bauablauf

Um Tau­was­ser­bil­dung zu ver­mei­den, soll­te die Dampf­brems- und Luft­dich­tungs­ebe­ne un­mit­tel­bar nach dem Ein­bau von mat­ten- oder plat­tenförmi­gen Dämmun­gen fer­tig ge­stellt wer­den.
Ein­blasdämmun­gen sind un­mit­tel­bar nach der luft­dich­ten Ver­kle­bung der Bahn ein­zu­brin­gen.
Ggf. ist Zug um Zug zu ar­bei­ten. Dies gilt be­son­ders bei Ar­bei­ten im Win­ter. Erhöhte rel. Luft­feuch­tig­keit zügig und kon­se­quent ablüften. Ggf. Bau­trock­ner auf­stel­len.

 

Erhöhte Raumluftfeuchtigkeit

Der Dif­fu­si­ons­wi­der­stand der DB+ wur­de so ein­ge­stellt, dass auch bei höher­en Raum­luft­feuch­tig­kei­ten ein aus­rei­chen­der Schutz des Bau­teils gewähr­leis­tet ist. Höhe­re Raum­luft­feuch­tig­kei­ten können z. B. in Neu­bau­ten bau­be­dingt oder durch kurz­fris­tig erhöhte rel. Luft­feuch­tig­kei­ten in Bädern oder Küchen ent­ste­hen.
Grundsätz­lich soll­te bau­be­ding­te Feuch­tig­keit zügig durch Fens­terlüftung aus dem Bau­werk ent­wei­chen können. Im Win­ter können Bau­trock­ner die Trock­nung be­schleu­ni­gen. Da­durch wer­den dau­er­haft ho­he rel. Luft­feuch­tig­kei­ten (LF) ver­mie­den.

Hydrosafe-Wert (70/1,5 -Regel)

Bauphase: Hydrosafe-Wert (70/1,5 -Regel)

Um Konstruktionen auch bei baubedingt erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit vor Durchfeuchtung zu schützen, sollte eine Dampfbremse einen Hydrosafe-Wert von 1,5 m aufweisen.

Der Hydrosafe-Wert gibt an, wie dicht eine feuchtevariable Dampfbremse bei einer mittleren Feuchte von 70% noch ist. 70% mittlere Feuchte liegt z. B. an bei 90% Raumluftfeuchte und 50% Gefachfeuchte - anzutreffen beim Verlegen des Estrichs oder Verputzen der Wände.

Die Forderung nach sd > 1,5 m und < 2,5 m stammt aus der DIN 68800-2 und ist in der 70/1,5-Regel näher beschrieben.

DB+ erfüllt die An­for­de­run­gen der 70/1,5-Re­gel.

 

Qualitätssicherung

An­ders als bei der Bah­nen­ver­le­gung von in­nen ist die Qua­litäts­kon­trol­le mit dem Dif­fe­renz­druck­ver­fah­ren (z. B. mit dem pro cli­ma WIN­CON) bei der Bah­nen­ver­le­gung von außen nur bei Über­druck möglich. Da­zu muss das Gebäudein­ne­re zusätz­lich mit ei­ner Ne­bel­ma­schi­ne ver­ne­belt wer­den. Auf der Außen­sei­te können dann die De­tails hin­sicht­lich der Luft­dicht­heit über­prüft wer­den. Die Bah­nen sind zu­vor aus­rei­chend me­cha­nisch zu si­chern. Ver­kle­bun­gen und An­schlüsse sind da­her mit be­son­de­rer Sorg­falt aus­zuführen. Die de­tail­lier­te kon­struk­ti­ve Pla­nung, ins­be­son­de­re der An­schlüsse an Trau­fen und Gie­bel, so­wie de­ren Ausführung sind bei der Dachsa­nie­rung von außen be­son­ders wich­tig.

Ü-Zeichen DB+

Zulassung

Die ak­tu­el­le DIN 68800-2 for­dert in den »Kon­struk­ti­ons­prin­zi­pi­en für Außen­bau­tei­le, bei de­nen die Be­din­gun­gen der Ge­brauchs­klas­se 0 erfüllt sind« (sie­he DIN 68800-2, Abs. 7) einen bau­auf­sicht­li­chen Ver­wend­bar­keits­nach­weis für feuch­te­va­ria­ble dif­fu­sion­hem­men­de Schich­ten, die raum­sei­tig ein­ge­setzt wer­den.
Die pro cli­ma DB+ verfügt un­ter der Zu­las­sungs­num­mer Z-9.1-852 über die er­for­der­li­che All­ge­mei­ne bau­auf­sicht­li­che Zu­las­sung des Deut­schen In­sti­tuts für Bau­tech­nik (DIBt) - sie darf da­mit so­wohl in Kon­struk­tio­nen ein­ge­setzt wer­den, die auf der Außen­sei­te dif­fu­si­ons­of­fen sind, als auch in Bau­tei­len, die außen dif­fu­si­ons­dich­te Bau­teil­schich­ten auf­wei­sen, wie z. B. Me­tal­lein­de­ckun­gen oder Ab­dich­tungs­bah­nen auf Scha­lun­gen. Die Bau­tei­le können da­mit - wie vor­ge­schrie­ben - oh­ne wei­te­ren che­mi­schen Holz­schutz rea­li­siert wer­den. Zusätz­lich wird durch die durch­geführ­ten be­schleu­nig­ten Al­te­rungs­prüfun­gen die Dau­er­haf­tig­keit der Feuch­te­va­ria­bi­lität un­abhängig bestätigt.

 

Hinweis

Bei Fra­gen zu Pla­nung und Kon­struk­ti­on kon­tak­tie­ren Sie bit­te die pro cli­ma Tech­nik-Hot­li­ne.